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Medienfluss - raumgreifender Archiv-BrowserDer Zugang zur Medienkunst auf netzspannung.org – Installation (2006) / Internet (2008)
Was sich in digitalen Archiven verbirgt, wird meist in Listen und karteikartenähnlichen Interfaces dargestellt. So nützlich diese Form für Archivare oder Wissenschaftler sein mag, so wenig inspirierend wirkt sie auf Ausstellungsbesucher. Wie man Besuchern Lust macht, ein digitales Archiv zu benutzen und zu durchforsten, zeigt der interaktive Medienfluss. Mit Hilfe der Medienfluss-Installation (2006) sind Besucher in der Lage spielerisch und assoziativ im Medienkunst-Archiv netzspannung.org zu recherchieren. Die Inszenierung des Archivs im Internet wurde 2008 mit dem Medienfluss-Browser entwickelt. Der Medienfluss verbindet die Inhalte des Medienkunstarchivs netzspannung.org durch ikonografische, alphabetische und semantische Strukturen, die einen Wissenskontext herstellen. Das Interface begründet so eine neue Lernkultur zur Wissenserschließung. Der Medienfluss vereint Prinzipien von Archiv und Museum, indem er wie ein virtuelles Schaulager eine Übersicht mit gleichzeitiger Einsicht in einzelne Werke bietet. Zwei parallele Medienflüsse, einer aus Bildern und einer aus Worten, fließen als großformatige Datenprojektion durch den Raum. Der Wortfluss zeigt Schlagworte, Autoren und Titel der archivierten Dokumente. Dieser textbasierte Zugang wird ergänzt durch einen visuellen Zugang aus Bildern, welche die Archivdokumente repräsentieren. Über ein integriertes Text-to-Speech-Modul werden die Begriffe durch Computerstimmen gesprochen. Sie bilden – neben der Repräsentation durch Text und Bild – eine akustische Darstellung des Archivs. Der Medienfluss und die bildbezogene akustische Sphäre erzeugen den Eindruck eines medialen Raumes. Das Interface-Objekt, ein Archivtisch mit zwei Monitoren, gibt Zugang zum großen Datenfluss. Alphabetisch auf einem Touchscreen aufgeführte Begriffe des Medienflusses dienen dem Nutzer als Auswahlinterface. Bei Auswahl eines Wortes wird dieses aus dem Fluss herausgehoben und mit einem Wortring von Begriffen umgeben, die inhaltliche Beziehungen der Datenbankeinträge anzeigen. Bei Auswahl eines Bildes werden Titel und Autorennamen des ausgewählten Dokuments angezeigt sowie durch Verweise auf weitere Dokumente des Autors ergänzt. Gleichzeitig erscheinen detaillierte Informationen zu dem ausgewählten Begriff als HTML-, PDF- oder Video-Dokument auf einem zweiten Bildschirm. Diese Zusammenschau von Übersicht, Kontext und Detail ermöglicht eine umfassende Orientierung im Archiv, die den klassischen Zugang über Schlagworte mit neueren Ansätzen assoziativer Begriffsnetze und visueller Suche verbindet. Die Inhalte des Medienkunst-Archivs netzspannung.org wurden so inszeniert, dass der Suchende zum Findenden wird und die meist verborgenen Inhalte aus neuer Perspektive sehen kann. Ausstellung | Exhibition» 2010 Transmediale Berlin: Deutsches Technikmuseum, Kunst & Engineering, Medienfluss Browser Archiv und eTeaching Plattformnetzspannung.org wurde u.a. mit dem Medida Prix 2005 ausgezeichnet und vom Institut für Wissensmedien als Best Practise eTeaching-Plattform ausgewählt KünstlerInnen / AutorenMonika Fleischmann, Konzept und künstlerische Leitung MitarbeiterInnenJochen Denzinger, Gestaltung (Installation+Browser) Entstehung2006 Installation / 2008 Browser, Deutschland Partner / SponsorenDer Medienfluss von netzspannung.org wurde im Kontext der Forschung zu Wissensmedien / Wissenskünsten am Fraunhofer IAIS – MARS Lab entwickelt und erstmals im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) 5/2006 – 8/2009 ausgestellt. Der Aufbau erfolgte mit Unterstützung der Firma Zoom-Videobeamer in Bremen. Weitere Ausstellungen fanden 2006 im Museum Weserburg Bremen im Rahmen der Veranstaltung eCulture Trends statt und 2007 im Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg. VideosMedienfluss Video bei YouTube (ZKM 2006): [ eCulture Factory-Medienfluss ] FotosNetzspannung.org – Performing the archive (2007) © Monika Fleischmann & Wolfgang Strauss . KontaktMonika Fleischmann & Wolfgang Strauss Links[ Media Arts & Research Studies, the MARS Exploratory Media Lab ] |
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